E-Rechnung Import für Dolibarr

Dolibarr-Modul
E-Rechnung Import — UBL, CII und hybride PDFs mit KoSIT-Validierung
300,00 € (netto) · sofort verfügbar
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E-Rechnung Import – Modul-Cover

Einführung

Dolibarr-Modul für den vollautomatischen Empfang von E-Rechnungen

Seit dem 1. Januar 2025 müssen alle Unternehmen in Deutschland E-Rechnungen empfangen können – und die Versandpflicht greift in Stufen bis 2027. Dieses Modul deckt die Empfangsseite vollständig ab: Eingehende E-Rechnungen werden automatisch erkannt, geparst, validiert und als Dolibarr-Lieferantenrechnungen angelegt.

Das E-Rechnung Import Modul erweitert Ihr Dolibarr-System um die vollautomatische Verarbeitung eingehender E-Rechnungen in allen relevanten Formaten: UBL-XML (XRechnung), CII-XML (ZUGFeRD / Factur-X / XRechnung-CII) sowie hybride PDF-Dateien mit eingebettetem XML. Per Knopfdruck oder Drag-and-Drop wird die Rechnung hochgeladen, automatisch erkannt und validiert; auf der anschließenden Verarbeitungsseite legen Sie wahlweise eine neue Lieferantenrechnung an oder mergen den Eingang in einen bestehenden Rechnungsentwurf.

Das besondere Merkmal dieses Moduls ist die integrierte automatische Validierung jeder eingehenden Rechnung mit dem offiziellen KoSIT-Validator. Dadurch erkennen Sie fehlerhafte Lieferantenrechnungen bereits beim Eingang – nicht erst beim Buchen oder bei der Prüfung durch den Steuerberater. Zahlungsfristen werden korrekt gewahrt, ungültige Rechnungen können automatisch blockiert werden.

Rechtliche Situation: Die Empfangspflicht gilt bereits

Während die gestufte Versandpflicht für E-Rechnungen erst zwischen 2025 und 2028 vollständig greift, gilt die Empfangspflicht bereits seit dem 1. Januar 2025 für alle Unternehmen in Deutschland uneingeschränkt. Das bedeutet: Wenn ein Lieferant Ihnen eine E-Rechnung schickt, müssen Sie diese empfangen, archivieren und in Ihrer Buchhaltung verarbeiten können. Ein Verweis auf Papier oder PDF ist nicht mehr zulässig, sofern der Lieferant die elektronische Form gewählt hat.

In der Praxis bedeutet das, dass schon 2025 immer mehr Lieferantenrechnungen als reine XML-Datei oder als hybride PDF/A-3-Datei mit eingebettetem XML im Posteingang landen. Ohne ein geeignetes Werkzeug verbringen Buchhaltungs-Teams unnötig viel Zeit damit, diese Dateien manuell zu öffnen, zu prüfen und in Lieferantenrechnungen zu übertragen. Genau hier setzt das E-Rechnung Import Modul an.

Für die GoBD-konforme Aufbewahrung gilt: Das Original-XML der Rechnung ist die rechtlich verbindliche Form. Das Modul archiviert sowohl das Original-XML als auch – bei hybriden PDFs – das ursprüngliche PDF im Dokumentenordner der erzeugten Lieferantenrechnung. Validierungsberichte werden ebenfalls pro Eingangsrechnung gespeichert.

Welche E-Rechnungs-Formate kommen tatsächlich an?

Eine E-Rechnung ist eine maschinenlesbare XML-Datei, die nach europäischen und deutschen Standards strukturiert ist. In der Praxis treffen Sie auf drei Varianten, die alle Pflicht-konform sind und unterschiedlich verbreitet sind:

Das Import-Modul verarbeitet alle drei Formate vollständig: UBL wird nativ in PHP geparst, CII wird automatisch nach UBL konvertiert, hybride PDFs werden zuerst entpackt und das eingebettete XML extrahiert. Sie müssen nicht wissen, welches Format vor Ihnen liegt – das Modul erkennt es selbst.

Die Besonderheit: Geprüfte Eingangsrechnungen vor dem Buchen

Eine ungültige E-Rechnung setzt rechtlich keine Zahlungsfrist in Gang. Wer fehlerhafte XML-Dateien einfach durchwinkt und bucht, riskiert Probleme: bei der nächsten Betriebsprüfung, beim Vorsteuerabzug oder bei Reklamationen gegenüber dem Lieferanten. Auf der Empfangsseite ist die Validierung daher mindestens so wichtig wie auf der Sendeseite.

Unser E-Rechnung Import Modul prüft daher optional jede eingehende Rechnung sofort nach dem Upload: Dazu wird das offizielle KoSIT-Validierungstool eingesetzt, das auch Behörden und große Unternehmen zur Prüfung eingehender XRechnungen verwenden. Die Prüfung deckt sowohl die strukturelle Korrektheit (Schema, EN 16931, XRechnung-Spezifikation) als auch die rechnerische Konsistenz ab.

Diese integrierte Validierung bietet Ihnen entscheidende Vorteile: Sie erhalten unmittelbar nach dem Upload eine klare Statusmeldung (VALID / INVALID / PENDING / SKIPPED). Ungültige Rechnungen können automatisch blockiert werden, sodass keine fehlerhafte Lieferantenrechnung in Ihrer Buchhaltung landet. Der vollständige Validierungsbericht wird je Eingangsrechnung archiviert und ist später jederzeit einsehbar – wertvoll bei Rückfragen oder im Audit.

Beispiel: Liste eingehender E-Rechnungen mit Validierungs-Badges
Beispielansicht: Liste eingehender E-Rechnungen mit
Formaterkennung, Validierungsstatus und Lieferantenzuordnung

Besonders wichtig: Alle Validierungen, Konvertierungen und PDF-Extraktionen erfolgen lokal auf Ihrem Server. Es werden keinerlei Rechnungsdaten an externe Dienste übertragen. Eine Internetverbindung wird nur einmalig benötigt, um die externen Werkzeuge (KoSIT-Validator und Mustang CLI) aus den offiziellen GitHub-Repositories herunterzuladen. Maximaler Datenschutz ist damit gewährleistet.

Umfassende Unterstützung aller Eingangsszenarien

Das E-Rechnung Import Modul beschränkt sich nicht auf einfache Standardrechnungen, sondern bildet ein breites Spektrum eingehender Geschäftsvorfälle ab. Dazu gehören normale Eingangsrechnungen mit beliebig vielen Positionen und verschiedenen Umsatzsteuersätzen einschließlich Rabatten und Zuschlägen auf Einzelposten-Ebene.

Relevant für deutsche Unternehmen ist auch die korrekte Verarbeitung von Anzahlungs- und Abschlagsrechnungen: Sie werden als Anzahlung gebucht und bei einer späteren Schlussrechnung in der Verrechnungslogik berücksichtigt. Auch Stornorechnungen und Korrekturen werden entsprechend angelegt und, sofern die Originalrechnung in Dolibarr auffindbar ist, automatisch mit ihr verknüpft. Der erkannte Code für den Rechnungstyp je Eingang wird in der Liste als Badge angezeigt.

Die Duplikaterkennung via SHA-256-Hash der eingehenden XML-Datei verhindert das versehentliche zweimalige Hochladen derselben Datei und verweist im Trefferfall auf den ursprünglichen Datensatz. Die Lieferantenzuordnung erfolgt automatisch über die in der Rechnung enthaltene USt-IdNr. und fällt bei fehlendem Treffer auf den Lieferantennamen zurück; optional wird ein neuer Lieferantendatensatz direkt aus den Rechnungsdaten angelegt.

Verfügbarkeit des Moduls

Das E-Rechnung Import Modul ist sofort verfügbar und kann über den DoliStore erworben werden. Auf Anfrage können Sie es auch direkt über uns beziehen. Das Modul wird kontinuierlich weiterentwickelt und an Änderungen der XRechnung-Spezifikation angepasst.

Informationen zur Einrichtung und zur Bedienung

Das Modul erstmalig einrichten

Die Einrichtung des E-Rechnung Import Moduls erfolgt in wenigen einfachen Schritten.

1. Hochladen in Ihr Dolibarr-System

Unter Start > Einstellungen > Module gehen Sie auf den Tab "Externes Modul hinzufügen" und laden die ZIP-Datei des Moduls hoch.

2. Modulaktivierung

Das Modul wird aktiviert, indem Sie auf Start > Einstellungen > Module gehen und nach "E-Rechnung Import" suchen. Dort klicken Sie auf den Aktivierungsschalter. Nach der Aktivierung erscheint im linken Menü unter Lieferantenrechnungen ein neuer Eintrag "E-Rechnung importieren", der direkt auf die Listenseite der eingehenden E-Rechnungen führt. Den Upload-Button finden Sie oben rechts auf dieser Listenseite.

3. Externe Werkzeuge per Knopfdruck installieren

Klicken Sie als nächstes auf das zahnradsymbol des Moduls, um zu den Einstellungen zu gelangen.

Für die Verarbeitung von PDFs, CII-XML und für die Validierung benötigt das Modul zwei externe Open-Source-Werkzeuge: den KoSIT-Validator (Apache License 2.0) und die Mustang CLI (Apache License 2.0). Beide stehen unter freier Lizenz und können auf der Einstellungsseite per Knopfdruck heruntergeladen und installiert werden. Wegen ihrer Größe (insgesamt ca. 80 MB) können sie nicht direkt im Dolibarr-Modul mitgeliefert werden.

Eine Internetverbindung wird ausschließlich für diese einmalige Installation benötigt; die Downloads erfolgen direkt aus den offiziellen GitHub-Repositories. Schlägt der automatische Download fehl (z. B. wegen einer Firewall), zeigt die Einstellungsseite plattformspezifische Anleitungen für die manuelle Installation (Linux, Docker, macOS, Windows) inklusive fertiger Befehlszeilen.

Hinweis: Wenn Sie zusätzlich unser Modul xrechnungexport für die Versendung von E-Rechnungen einsetzen, teilen sich beide Module dieselbe KoSIT-Installation – keine doppelten Downloads, kein doppelter Plattenplatz.

4. Java-Status prüfen

Das Modul erkennt automatisch, ob Java auf Ihrem System verfügbar ist. Für die Validierung und die Mustang-Werkzeuge wird Java Version 11 oder höher benötigt; wir empfehlen OpenJDK 17 LTS. Sofern Sie unser DoliCenter-Hosting nutzen, ist Java bereits standardmäßig verfügbar. Für eigene Server zeigt Ihnen das Modul in den Einstellungen den aktuellen Java-Status an und gibt Ihnen ggf. Installationshinweise.

Hinweis: Für reines UBL-XRechnung-XML wird kein Java benötigt. Das Modul verfügt über einen nativen PHP-Parser. Java ist nur dann notwendig, wenn Sie hybride PDFs oder CII-XML verarbeiten oder die Validierung nutzen möchten.

5. Moduleinstellungen

Werkzeuge und Java
  • Tools-Pfad: Gemeinsames Verzeichnis für die Java-JARs (KoSIT-Validator und Mustang CLI). Voreingestellt auf DOL_DATA_ROOT/einvoice/tools. Wird mit dem Modul xrechnungexport gemeinsam genutzt, sodass beide Module dieselbe KoSIT-Installation verwenden. Normalerweise muss dieser Wert nicht verändert werden.
  • Java-Pfad: Normalerweise wird Java automatisch erkannt und der Standardwert java funktioniert. Falls Sie eine spezielle Java-Installation verwenden oder Java nicht in der System-PATH liegt, können Sie hier den vollständigen Pfad zur Java-Executable angeben.
Validierung
  • Automatische Validierung aktivieren: Dringend empfohlen. Wenn aktiviert, wird jede importierte E-Rechnung sofort nach dem Upload mit dem KoSIT-Validator geprüft. Der vollständige Validierungsbericht (Fehler und Warnungen) wird je Eingangsrechnung gespeichert und ist später jederzeit einsehbar. Ohne diese Option werden Rechnungen unvalidiert importiert.
  • Ungültige Rechnungen blockieren: Verhindert das automatische Anlegen einer Lieferantenrechnung, wenn die Validierung fehlschlägt. Die Import-Datei wird zwar in der Eingangsliste festgehalten, eine Lieferantenrechnung wird aber nicht erzeugt – so gelangen keine ungültigen Rechnungen versehentlich in die Buchhaltung. Sehr empfehlenswert für eine saubere Datenhaltung.
Lieferanten und Workflow
  • Lieferant automatisch anlegen: Wenn keine Übereinstimmung über USt-IdNr. oder Name gefunden wird, legt das Modul mit dieser Option einen neuen Lieferantendatensatz aus den Rechnungsdaten an (Name, Anschrift, USt-IdNr., Bankverbindung). Spart Zeit bei neuen Lieferanten, sollte aber bewusst gewählt werden, wenn Stammdaten zentral gepflegt werden.
  • PDF an Lieferantenrechnung anhängen: Beim Import aus einem hybriden ZUGFeRD- / Factur-X-PDF wird das Original-PDF zusätzlich an die erzeugte Lieferantenrechnung angehängt. So bleibt die menschenlesbare Form direkt in Dolibarr verfügbar – nützlich für die Prüfung vor der Buchung und für die Ablage.
Visualisierung
  • Visualisierung cachen: Das Modul erzeugt für jede importierte Rechnung eine menschenlesbare HTML-Vorschau via Mustang CLI. Mit dieser Option wird die Visualisierung je Datensatz gecacht und muss nicht bei jedem Aufruf neu erzeugt werden. Spürbar schnellere Anzeige in der Eingangsliste und auf den Kartenansichten. Empfohlen.

6. Wichtige Hinweise: Stammdaten vervollständigen

Für eine möglichst reibungslose Lieferantenzuordnung ist es wichtig, dass die Lieferantenstammdaten in Dolibarr gepflegt sind:

7. Übersicht aller Konfigurationsoptionen

Die folgende Tabelle gibt einen kompakten Überblick über alle verfügbaren Einstellungen mit der jeweiligen Empfehlung. Die meisten Standardwerte sind bewusst so gewählt, dass das Modul ohne weitere Konfiguration nutzbar ist.

Einstellung Empfohlen Hinweis
Werkzeuge und Java
Tools-Pfad einvoice/tools Gemeinsamer Pfad mit xrechnungexport, im Regelfall unverändert.
Pfad zur Java-Ausführungsdatei java Standardwert funktioniert in den meisten Umgebungen.
Validierung
Automatische Validierung aktivieren An Prüft jede Rechnung sofort mit dem KoSIT-Validator und speichert den Bericht.
Ungültige Rechnungen blockieren An Verhindert das Anlegen einer Lieferantenrechnung bei fehlgeschlagener Validierung.
Lieferanten und Workflow
Lieferant automatisch anlegen Nach Bedarf Legt neuen Lieferanten bei fehlender Übereinstimmung an – nur bei dezentraler Stammdatenpflege.
PDF an Lieferantenrechnung anhängen An Original-PDF aus hybriden Rechnungen bleibt als Anhang verfügbar.
Visualisierung
Visualisierung cachen An Beschleunigt die wiederholte Anzeige spürbar.

Modul aktualisieren

Wenn eine neue Version des Moduls verfügbar ist (z. B. mit neuen Funktionen oder bei Updates der XRechnung-Spezifikation), gehen Sie wie folgt vor – die Reihenfolge ist wichtig:

  1. Unter Start > Einstellungen > Module im Tab 'Externes Modul hinzufügen' die neue ZIP-Datei unausgepackt hochladen. Die Dateien werden in das bestehende Modulverzeichnis übernommen.
  2. Modul deaktivieren und wieder aktivieren (Schiebeschalter aus, dann an). Dieser Schritt ist zwingend erforderlich – nur dadurch laufen die internen Init-Routinen, die ggf. neue Datenbankfelder anlegen, Standardwerte für neue Optionen setzen und Menüeinträge registrieren. Werden Einstellungen vor diesem Schritt geändert, kann es zu inkonsistenten Konfigurationen kommen.
  3. Den KoSIT-Validator und die Mustang CLI einmalig per Knopfdruck neu herunterladen, sofern die neue Modulversion auf eine neuere Tool-Version setzt. Die Einstellungsseite zeigt an, ob ein Update der externen Werkzeuge empfohlen ist.
  4. Erst jetzt die Einstellungen anpassen: Über den 'Ändern'-Button auf der Setup-Seite neu hinzugekommene Optionen konfigurieren oder andere neue Schalter setzen.
Wichtig: Die Reihenfolge ist nicht willkürlich. Schritt 2 (Deaktivieren/Aktivieren) muss immer vor Schritt 4 (Einstellungen ändern) erfolgen, weil Init-Routinen sonst nicht durchlaufen und neue Felder/Optionen nicht greifen.
Hinweis: Vorhandene Importe, Validierungsberichte und Konfigurationen bleiben beim Update erhalten. Eine Sicherung der Datenbank vor dem Update ist gute Praxis, aber technisch nicht zwingend erforderlich.

Rechnung importieren

Die Verwendung des E-Rechnung Import Moduls ist denkbar einfach und fügt sich nahtlos in Ihren gewohnten Dolibarr-Arbeitsablauf ein.

Schritt 1: Upload-Seite öffnen

Öffnen Sie im linken Menü unter Lieferantenrechnungen den Eintrag E-Rechnung importieren. Sie sehen die Liste der bisher eingegangenen E-Rechnungen; den Upload-Button finden Sie oben rechts auf dieser Seite.

Schritt 2: Datei hochladen

Legen Sie eine UBL-XML, CII-XML oder hybride ZUGFeRD- / Factur-X-PDF-Datei auf das Formular. Es werden auch mehrere Dateien gleichzeitig akzeptiert – jede wird einzeln verarbeitet. Sie müssen das Format nicht vorab angeben, das Modul erkennt es selbst.

Schritt 3: Automatische Verarbeitung

Die Pipeline läuft vollautomatisch:

Schritt 4: Ergebnis prüfen

Die Rechnung erscheint in der Liste Eingehende E-Rechnungen mit Format, Validierungsstatus (Badge: VALID / INVALID / PENDING / SKIPPED) und Lieferantenverknüpfung. Per Klick auf den Datensatz öffnet sich die Kartenansicht mit menschenlesbarer HTML-Visualisierung, dem vollständigen Validierungsbericht und Links zur erzeugten Lieferantenrechnung.

Schritt 5: Verarbeitung

Aus den eingegangenen daten wird eine Lieferantenrechnung in Dolibarr erstellt. Dabei wählen Sie den Lieferanten, ordnen die Rechnung ggf. einem bestehenden Entwurf zu und können die anzulegenden Zeilen noch bearbeiten, z.B. durch Zuordnung zu Dolibarr-Produkten.

Qualitätskontrolle durch Konformitätsprüfung mit dem KoSIT-Validator

Es handelt sich beim Prüf-Tool um einen offiziellen Validator, der sehr häufig bei Rechnungsempfängern eingesetzt wird. So stellen Sie sicher, dass eingehende Rechnungen tatsächlich konform sind – und entdecken Fehler Ihrer Lieferanten frühzeitig. Bei einer ungültigen Rechnung wird der vollständige Bericht (Fehler und Warnungen) gespeichert und kann dem Lieferanten direkt zur Korrektur weitergeleitet werden.

Hintergrundinformationen

Das XRechnung-Format folgt einer komplexen, standardisierten Struktur, die weit über eine einfache XML-Formatierung hinausgeht. Der Standard basiert auf der europäischen Norm EN 16931 und verwendet entweder Universal Business Language (UBL 2.1) oder UN/CEFACT Cross Industry Invoice (CII) als technische Grundlage. Beide Syntaxen werden vom Import-Modul unterstützt; CII wird intern nach UBL konvertiert und dann einheitlich verarbeitet.

Ein besonderer Aspekt des XRechnung-Standards ist die strikte Validierung aller Dateien gegen die offizielle Spezifikation. Jede XRechnung muss nicht nur formal korrekt strukturiert sein, sondern auch inhaltlich konsistent und vollständig. Das bedeutet, dass alle Berechnungen (Einzelpreise, Rabatte, Steuern, Gesamtsummen) mathematisch korrekt und nachvollziehbar sein müssen. Fehler in der Berechnung oder fehlende Pflichtangaben führen dazu, dass die XRechnung formal nicht konform ist – und damit nicht für einen Vorsteuerabzug verwendet werden darf.

Die Mustang CLI ist ein etabliertes Open-Source-Werkzeug aus dem deutschsprachigen Raum, das speziell für die Verarbeitung von ZUGFeRD- und Factur-X-Dateien entwickelt wurde. Es extrahiert eingebettetes XML aus PDF/A-3-Dokumenten, konvertiert zwischen UBL und CII und erzeugt menschenlesbare HTML-Visualisierungen. Beide eingesetzten Werkzeuge – KoSIT-Validator und Mustang CLI – stehen unter Apache License 2.0 und werden direkt aus den offiziellen GitHub-Repositories bezogen.

Häufige Fragen zum E-Rechnungs-Import mit Dolibarr

Ab wann müssen Unternehmen E-Rechnungen empfangen können?

Seit dem 1. Januar 2025 müssen alle Unternehmen in Deutschland E-Rechnungen empfangen und verarbeiten können. Die Empfangspflicht gilt ausnahmslos für alle inländischen Unternehmen und betrifft den B2B-Bereich. Für die Versendung gibt es Übergangsfristen bis Ende 2026; die Empfangsseite ist jedoch bereits jetzt verpflichtend abzudecken.

Welche E-Rechnungs-Formate verarbeitet das Modul?

Das Modul verarbeitet alle in Deutschland und Europa relevanten Formate: UBL-XML (typische XRechnung), CII-XML (ZUGFeRD- / Factur-X- / XRechnung-CII-Profil) sowie hybride PDF/A-3-Dateien mit eingebettetem XML (ZUGFeRD und Factur-X). UBL wird nativ in PHP geparst, CII und PDFs werden mit der Mustang CLI vorverarbeitet.

Brauche ich Java für das Import-Modul?

Für reines UBL-XRechnung-XML brauchen Sie kein Java. Erst die Verarbeitung von hybriden PDFs (ZUGFeRD / Factur-X) und CII-XML sowie die KoSIT-Validierung benötigen Java Version 11 oder höher. Im DoliCenter-Hosting ist Java standardmäßig vorinstalliert. Ohne Java importiert das Modul UBL-XRechnungen trotzdem vollständig; PDF-Eingang und Validierung sind dann deaktiviert.

Validiert das Modul jede eingehende Rechnung?

Ja, sofern aktiviert. Jede importierte E-Rechnung wird mit dem offiziellen KoSIT-Validator gegen die XRechnung-Spezifikation (EN 16931) geprüft. Der vollständige Validierungsbericht wird je Eingangsrechnung gespeichert. Optional kann das Anlegen einer Lieferantenrechnung bei ungültigem XML automatisch blockiert werden, sodass nur saubere Rechnungen in die Buchhaltung gelangen.

Werden Duplikate erkannt?

Versehentliche Doppel-Uploads derselben Datei werden zuverlässig erkannt: Das Modul berechnet für jedes eingehende XML einen SHA-256-Hash; ist dieser Hash bereits vorhanden, wird der Import abgewiesen und auf den ursprünglichen Datensatz verlinkt.

Wichtig zu wissen: Geprüft wird die Byte-Identität der XML-Datei. Sendet derselbe Lieferant dieselbe Rechnung erneut als neu generierte Datei – mit anderem Erstellungszeitstempel, anderem Format (z. B. einmal UBL und einmal CII) oder einer abweichenden Codierung – entstehen unterschiedliche Hashes, und das Modul kann das nicht als Duplikat erkennen. Eine inhaltliche Prüfung auf Rechnungsnummer pro Lieferant ist nicht eingebaut; diese Plausibilität sollte in der Buchhaltung bei der Freigabe der Lieferantenrechnung erfolgen.

Wie ordnet das Modul Lieferanten zu?

Zuerst wird über die in der E-Rechnung enthaltene USt-IdNr. nach einem bestehenden Lieferanten gesucht, danach über den Lieferantennamen. Wird kein passender Lieferant gefunden, kann das Modul optional einen neuen Lieferantendatensatz aus den Rechnungsdaten anlegen. Alternativ bleibt der Import in der Liste der nicht zugeordneten Eingänge stehen und kann manuell bearbeitet werden.

Werden Stornorechnungen und Anzahlungen unterstützt?

Ja. Das Modul unterscheidet die wichtigsten Rechnungstypen nach UNCL 1001 (BT-3) semantisch:

  • 380 – Standardrechnung: regulär verarbeitet.
  • 381, 384 – Stornorechnungen / Korrekturen: werden als Gutschrift angelegt und falls möglich automatisch mit der Originalrechnung verknüpft.
  • 326, 875, 876 – Anzahlungs- und Abschlagsrechnungen: werden als Anzahlung gebucht und bei einer späteren Schlussrechnung in der Verrechnungslogik berücksichtigt.
  • 877, 389 – werden derzeit als Standardrechnung durchgereicht. Bei echten Gutschriften / Selbstfakturierung (389) ist eine differenziertere Behandlung als offene Produktfrage vorgemerkt.

In der Eingangsliste wird der erkannte Code je Rechnung als Badge angezeigt, sodass der Rechnungstyp jederzeit auf einen Blick erkennbar ist.

Werden Daten an externe Dienste übertragen?

Nein. Alle Validierungen, Konvertierungen und PDF-Extraktionen erfolgen lokal auf Ihrem eigenen Server. Es werden keinerlei Rechnungsdaten an externe Dienste übertragen. Eine Internetverbindung wird nur einmalig benötigt, um den KoSIT-Validator und die Mustang CLI aus den offiziellen GitHub-Repositories herunterzuladen. Danach arbeitet das gesamte Modul offline.

Kann ich die Originalrechnung später noch lesbar einsehen?

Ja. Das Modul erzeugt aus jeder importierten Rechnung eine menschenlesbare HTML-Visualisierung über die Mustang CLI. Die Visualisierung wird je Datensatz gecacht, sodass auch Jahre später noch sofort eine übersichtliche Ansicht zur Verfügung steht. Zusätzlich werden Original-XML und gegebenenfalls das hybride PDF im Dokumentenordner der Lieferantenrechnung archiviert.

Was passiert mit dem PDF einer hybriden ZUGFeRD-Rechnung?

Bei hybriden ZUGFeRD- / Factur-X-PDFs extrahiert das Modul zuerst das eingebettete XML zur Verarbeitung. Optional wird das Original-PDF zusätzlich an die erzeugte Lieferantenrechnung angehängt, sodass die menschenlesbare Form weiterhin direkt aus Dolibarr heraus verfügbar ist. Diese Verknüpfung erleichtert das Prüfen vor der Buchung.

Wie viel kostet das E-Rechnung Import Modul?

Das Modul ist für 300,00 € (netto) im offiziellen DoliStore erhältlich. Auf Anfrage kann es auch direkt über Bloxera bezogen werden. Im DoliCenter-Tarif Dolibarr Business ist das Modul nicht vorinstalliert, kann aber jederzeit hinzugefügt werden.

Wo bekomme ich Unterstützung bei der Einrichtung?

Bloxera GmbH bietet als offizieller Dolibarr Preferred Partner Einrichtung, Konfiguration und Schulung zum Modul an. Das Modul ist vollständig dokumentiert. Bei technischen Fragen oder Auffälligkeiten ist eine direkte Kontaktaufnahme möglich; Korrekturen werden zeitnah bereitgestellt.

Wir bieten Unterstützung

Falls Sie einen technischen Fehler im Modul feststellen, kontaktieren Sie uns bitte. Je detaillierter Sie das Problem beschreiben (ggf. mit Beispiel-XML und Screenshots), desto schneller können wir helfen und eine Korrektur bereitstellen. Wir sind bestrebt, alle gemeldeten Probleme zeitnah zu lösen und das Modul kontinuierlich zu verbessern.

Wenn Sie möchten, dass wir das Modul für Sie einrichten, Sie in der optimalen Konfiguration für Ihre spezifischen Anforderungen beraten oder Sie in der Bedienung von Dolibarr schulen, unterbreiten wir Ihnen gerne ein maßgeschneidertes Angebot. Als offizieller Dolibarr Preferred Partner verfügen wir über umfassende Expertise sowohl im Bereich E-Rechnung als auch in der Dolibarr-Administration.

Darüber hinaus bieten wir professionelles Dolibarr-Hosting als cloudbasierte SaaS-Lösung an, bei dem Java als technische Voraussetzungen für das E-Rechnung Import Modul bereits optimal vorinstalliert ist.

Disclaimer: Die Thematik der E-Rechnung ist komplex. Bitte prüfen Sie jede importierte Rechnung vor dem Buchen inhaltlich – die Validierung deckt nur die strukturelle / schematische Konformität ab, nicht die inhaltliche Richtigkeit. Bei kritischen Anwendungsfällen empfehlen wir eine sorgfältige Abstimmung mit Ihrem Steuerberater oder Rechtsanwalt.

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